Bericht zur Tour

Hier wird Schritt für Schritt eine Dokumentation zu den Tourstopps erstellt. Wer war beteiligt, was ist passiert.

Veranstaltungsbericht Gießen 10.9.08

Die Veranstaltung in Gießen fand in einem Kreis von knapp unter 20 Personen statt. Xiomara Corpeno begann nach einer Vorstellungsrunde, in welcher jede anwesende Person ihren persönlichen und aktivistischen Hintergrund kurz darstellen konnte, mit einem kurzen und eindrucksvollen Vortrag über die Entwicklung ihres Aktions- und Begleitungsnetzwerkes. Einerseits waren die Berichte über die gigantischen Mobilisierungen, zu denen die Netzwerke der migrantischen Communities in Abwehr gegen eine Verschärfung des gesetzlichen Rahmens in den USA in der Lage waren, eindrucksvoll. Ebenso berichtete die Referentin von den Aktionsformen der Mobilisierungen und der alltäglichen migrantischen Beratungsarbeit. Andererseits war ein intensiver Austausch zwischen allen Anwesenden möglich, so dass deutlich wurde, wie weit die Illegalisierung von Flüchtlingen in Deutschland fortgeschritten ist. Die Veranstaltung war lehrreich für alle Anwesenden. Auch neue Einblicke über die deutschen Verhältnisse konnten transportiert werden.


Veranstaltungsbericht Berlin 11.9.08

„Hausarbeiterinnenkommitees und Legalisierungskampagnen: Selbstorganisierungen von migrantischen Arbeiterinnen und Arbeitern in den USA“ war das Thema der Veranstaltung, die am 11.09.08 in Berlin stattfand. Ca. 65 Frauen und Männer diskutierten mit Xiomara über Möglichkeiten der Organisierung von Hausarbeiterinnen und der Anerkennung von Hausarbeit. Die Strategien reichen von individuellen Kämpfen gegen einzelnen, rechtsverletzenden ArbeitnehmerInnen bis zu Kampagnen für „living wages“ und gegen Überstunden. Erstaunlich war, wie ähnlich die Probleme von undokumentierten Hausarbeiterinnen jenseits und diesseits des Atlantiks waren. Als ersten Schritt zu einem grenzüberschreitenden Austausch, zeigte Xiomara eine DVD, indem Hausarbeiterinnen Fragen stellten, um wiederum die Antworten und die Diskussion in Berlin aufzunehmen.
Die Veranstaltung organisierte der neugegründete Arbeitskreis „undokumentiertes Arbeiten“ im ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg, an dem neben einzelne Personen auch die Gruppen RESPECT-Initiative Berlin, Zagas, Antirassistische Initiative Berlin, Medizinische Flüchtlingshilfe Berlin und FelS beteiligt sind.

Veranstaltungsbericht Leipzig 12.9.08

Am 12. September 08 besuchte Xiamara Corpeño im Rahmen der
Veranstaltungsrundreise durch Deutschland auch Leipzig. Die vor Ort von der AG Soziale Politik der LINKE. Leipzig; ver.di Leipzig/Nordsachsen und dem interkulturellen Projekt „Dialog“ organisierten Veranstaltung stand dabei unter dem Thema der besseren Vernetzung von Migranten-, Erwerbslosenorganisationen und den gewerkschaftlich organisierten Menschen im Niedriglohnbereich.
Nach der ausführlichen Schilderung ihrer Arbeit in den USA durch Xiamara
Corpeño berichteten Vertreter von ver.di und „Dialog“ über ihr Engagement und ihre Arbeit im Bereich der Niedriglohnarbeit und der Integration von Migranten. Beeindruckt von den vorgetragenen Fakten kam es anschließend zu einer regen und spannenden Diskussion zwischen dem interessierten Publikum und dem Podium.Am Schluss der Veranstaltung waren sich alle einig darüber, dass es wichtig für die eigene Arbeit war durch diese Veranstaltung über die Arbeit der anderen Projekten erfahren zu haben, und man beschloss spontan durch die Veranstaltung angeregt die einzelnen Organisationen in Leipzig besser zu vernetzen, und sich zukünftig regelmässig zu treffen.
So war es nicht verwunderlich, dass man nach dem Ende der Veranstaltung „in kleinem Kreise“ noch stundenlang in einer Gaststätte weiterdiskutierte.


Veranstaltungsbericht Schwerte 13.9.08

Teilnahme von Xiomara Corpeno als Referentin an der Tagung
„Globale Soziale Rechte– eine Perspektive für die Flüchtlingsunterstützung und die antirassistische Arbeit“ am 13. September 2008 in der Evangelische Akademie Villigst
Die Tagung war eine Kooperationsveranstaltung des Ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche NRW, der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum und kein mensch ist illegal NRW. Drei Initiativen, die sich schwerpunktmäßig mit Flucht / Asyl und der Illegalisierung von Menschen befassen und Aktionen zu diesen Themen organisieren.
Ziel der Veranstaltung war mit Akteuren, die viel Unterstützungstätigkeit für Flüchtlinge und andere Menschen ohne Papiere hier in Deutschland leisten, eine globalisierungskritische Debatte in NRW zu eröffnen. Xiomara Corpenos Beitrag hat wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen, weil sie in der Beschreibung ihrer Menschenrechtsarbeit die Selbstermächtigung der Betroffen in den Mittelpunkt stellte. Besonders gefreut hat uns als Veranstalter, dass sie in der Lage war, auf die heterogene Zusammensetzung der TeilnehmerInnen einzugehen und einen Blick von Außen auf „deutsche“ Kampagnen und Projekte zu werfen.

Veranstaltungbericht München 15.9.08

Der Besuch von Xiomara Coperno in München bestand aus zwei Teilen: Einem informellen Gespräch mit sechs Personen (ver.di, JOG, Flüchtlingsrat, Ökumenisches Büro) um uns detailierter über unser Organizing und das in den USA auszutauschen, wobei die Problemlage anscheind diametral ist: Während uns vor allem Betroffene fehlen, fehlt es in den USA an „weißen“ Unterstützern. Am Abend fand im Gewerkschaftshaus eine öffentliche Informationsveranstaltung mit etwas über 50 Personen statt, auf der Xiomara mit Björn Krings (politischer Sekretär von ver.di) über die ersten gewerkschaftlichen Organizingprogramme in Deutschland diskutierte und über die Legalisierungskampagne in den USA, sowie das Konzept des Community-Organizing berichtete. Die Veranstaltung wurde von ver.di Jugend München, Jugendliche Ohne Grenzen – Bayern, Bayerischem Flüchtlingsrat und dem Ökumenischen Büro – München organisiert.

Veranstaltungsbericht Hamburg 16.9.08

Die Veranstaltung im buttclub in Hamburg mit Xiomara war ein Hintergrundgespräch mit ungefähr 15 Teilnehmerinnen aus verschiedenen lateinamerikanischen Communities sowie aus dem Eine-Welt Netzwerk, Stiftung do, dem AK undokumentiertes Arbeiten bei ver.di, tacatacata und interkulturellen Einrichtung Verikom. Das Gespräch wurde vom Radio freien Sender Kombinat dokumentiert.
Xiomara war zum einen sehr interessiert an der Selbstorganisation von Migrantinnen, die gerade in Hamburg auf grössere Füsse gestellt werden soll und zum anderen warum in ihrer Wahrnehmung sich Migrantinnen hier politisch sehr vorsichtig verhalten. Das führte zu einem längeren Austausch über die sozialen, ökonomischen und kulturellen Ausgangsbedingungen verschiedener migrantischer Communities.
Für alle Beteiligten ist es ein runder Abend gewesen, zu dem auch beitrug, dass das Gespräch in spanisch geführt wurde und der Autor dieser Zeilen dankenswerterweise übersetzt bekam.

Kurzbericht zum ESF in Malmö vom 18. bis 21.9.08

Xiomara Corpeno hat sich an mehreren Veranstaltungen des Europäischen Sozialforums in Malmö beteiligt, u.a. bei einem Workshop zur Transnationalisierung der migrationsbezogenen Netzwerke sowie in einem Seminar mit dem Titel „Globale Bewegungsfreiheit gegen das EU-Grenzregime“. Als einzigste Vertreterin aus Amerika war es besonders wichtig, dass sie die stark euro-afrikanisch geprägten Debatten mit ihren Erfahrungen und Ansätzen anreicherte. Zudem haben sich in vielen informellen Diskussionen Kontakte entwickelt, die auch für die Zukunft eine bessere Kommunkation zwischen AktivistInnen auf beiden Seiten des Atlantiks versprechen. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auch darauf, dass Xiomara im Vorfeld ihres Besuchs in Europa einen Beitrag über die USA für den transnationalen Newsletter „Crossing Borders“ beigesteuert hatte. (siehe www.noborder.org)
Angehängt ein Foto von Xiomara während der eindrucksvollen Abschlußdemonstration des ESF in Malmö mit ca. 15.000 Menschen.

Veranstaltungsbericht Fankfurt 22.9.08

Die Veranstaltung begann mit einleitenden Ausführungen zur Initiative für Globale Soziale Rechte, die von Xiomara am Ende ihres eigenen Vortrages aus us-amerikanischem Blickwinkel wieder aufgenommen wurden. „Social Justice“ und „Community Values“ sind die Klammerbegriffe, unter denen in Los Angeles spektren- und bewegungsübergreifende Initiativen in Gang sind. Schwerpunkt der anschließenden Debatte waren allerdings die erfolgreichen Organising- und Empowerment-Methoden von Chirla und die Frage, in welcher Weise dies auf hiesige Verhältnisse zu übertragen wäre. Denn die Veranstaltung fand in Frankfurt-Rödelheim in einem Stadtteilzentrum statt, wo sich seit zwei Jahren intensiv um Selbstorganisierungsprozesse entlang sozialer Fragen bemüht wird. Insofern gab es reichlich Nachfragen aber auch gegenseitigen Austausch um Konzepte und Erfahrungen in dieser Basisarbeit für soziale Veränderungen – „for social change“, wie Xiomara die Leitfrage ihrer Ansätze abschließend beschrieb.


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